Forstbetriebsgemeinschaft Rhein-Main wV

Forstlicher Berater für Kommunen und den Privatwald

Wir über uns
 

 

Die FBG Rhein-Main besteht aus dem Vorstand und der Mitgliederversammlung.Im Vorstand sind alle beteiligten Kommunen und der Privatwald vertreten.Die Mitgliederversammlung tagt nach Bedarf; mindestens jedoch einmal im Jahr.

 

Einladung zur 1. Mitgliederversammlung der FBG Rhein-Main

Am 26.10.2018

im Bürgerhaus Bauschheim

Beginn der Veranstaltung 15:00 Uhr.

 

  1. Eröffnung, Begrüßung und Feststellung der Beschlussfähigkeit

  2. Bericht des Vorsitzenden

  3. Präsentation durch die Firma Friedwald

  4. Präsentation des Dienstleisters Forstservice Taunus

  5. Bericht aus dem Privatwald

  6. Bericht Kassenwartes zur Finanzsituation

  7. Bericht der Kassenprüfer

  8. Wahl der zwei Kassenprüfer

  9. Entlastung des Vorstandes

  10. Sonstiges

  11. im Nachgang zur Sitzung ist eine Bereisung des Bauschheimer Waldes für ca. 2 Stunden vorgesehen


 

 


Presseinfo der Forstbetriebsgemeinschaft Rhein-Main

Mit Datum vom 1. Februar 2017 wurde die Forstbetriebsgemeinschaft Rhein-Main gegründet, da verschiedene Kommunen, insbesondere vor den kartellrechtlichen Anforderungen an die Rundholzvermarktung eine gemeinsame Bewirtschaftung und eine entsprechende Vermarktung des eigenen Holzes angestrebt haben.

Gleichzeitig sollten vor dem Hintergrund der Anhebung der Beförsterungskosten durch Hessen-Forst die Beförsterungskostenbeiträge für die Kommunen dauerhaft stabil gehalten werden, was dazu führte, dass ein Dienstleister für den Kommunal- und Privatwald gesucht worden ist.

Dieser konnte über eine europaweite Ausschreibung gefunden werden; es ist die Forstservice Taunus GmbH & Co. KG aus Niederselters.

Der Forstbetriebsgemeinschaft Rhein-Main sind die Städte Rüsselsheim mit 790 ha, Groß-Gerau mit 422 ha, Raunheim mit 310 ha und die Gemeinde Büttelborn mit 520 ha, sowie verschiedene Privatwaldbesitzer beigetreten, so das von der Forstservice Taunus GmbH nun ca. 2000 ha bewirtschaftet werden. Eine der ersten Maßnahmen war die Herstellung der Verkehrssicherheit innerhalb der verschiedenen Waldflächen, und die Information an die Privatwaldbesitzer, dass es aufgrund der Trockenheit der letzten Jahre dort auch Nachholbedarf gibt.

Das erste Jahr ist nun in der gemeinsamen Bewirtschaftung fast vorüber, weshalb die Forstbetriebsgemeinschaft Rhein-Main für den 26.10.2018 zu einer Mitgliederversammlung eingeladen hatte.

Für Gesprächsstoff war gesorgt, denn die extreme Trockenheit im Jahr 2018 hat zu erheblichen Schäden in den Wäldern der angeschlossenen Kommunen und des Privatwaldbesitzes geführt. Insbesondere ältere Kiefernbestände haben die Trockenheit von Mai bis in die Vegetationsruhe hinein nicht gut überstanden. Es sind erhebliche Ausfälle; teilweise bis zu 40 % zu verzeichnen. Die Eichenbestände sehen besser aus, da sie in der Lage sind, das Laub frühzeitig abzuwerfen. Gleichzeitig gab es im September 2018 Sturmwürfe zu verzeichnen, die bereits aufgearbeitet werden. Wir vermuten, dass wir in etwa 5000-6000 Festmeter an Holz auf dem Boden liegen haben, das nun vermarktet werden muss. Leider hat sich aufgrund der Windwürfe aus dem Winter und Frühjahr 2018 der Preis von Nadelholz erheblich verschlechtert, was die Vermarktung selbstverständlich weiterhin erschwert. Unser Dienstleister, die Forstservice Taunus GmbH hat allerdings noch Verträge aus dem letzten Winter, die beliefert werden können, sodass zumindest der Absatz gesichert ist. Das Laubholz lässt sich gut vermarkten, beim Nadelholz sieht es erheblich ungünstiger aus.

Seit dem Jahr 2000 beobachten wir die Niederschläge in der Region, die für die hiesige Vegetation von ganz besonderer Bedeutung sind. Unsere Waldflächen benötigen im Jahr etwa 550-600 mm Niederschlag, der zur Hälfte im Sommer und zur Hälfte im Winter niedergehen muss. In den letzten 18 Jahren hatten wir nur 6 Jahre, die dieses Ziel erreicht haben. Ansonsten mussten wir mit erheblichen Defiziten beim Niederschlag leben. Diese Defizite haben die Waldflächen der Region entsprechend gezeichnet. Tiefpunkt war das Jahr 2018 mit vermutlich weniger als 300 mm. Damit setze das Jahr 2018 einen Negativpunkt und hat damit das Jahr 2003 noch unterboten.

Da wir die negativen Folgen des Klimawandels aktuell hautnah zu spüren bekommen, ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Waldflächen dauerhaft erhalten werden und für die verschiedensten Waldfunktionen im Interesse der hier ansässigen Bevölkerung nutzbar sind. Gerade die Themen Produktion von Sauerstoff, Naturschutz, Klimabremse (Reduktion der hohen Temperaturen), Grundwasserspeicher, Speicher von CO2, Frischluftzufuhr etc. sind in der heutigen Zeit besonders hervorzuheben.

Diesen Aufgaben widmen sich die Waldeigentümer der Region und sehen es als Verpflichtung an die Wälder zum Wohle aller über die schwierigen klimatischen Zeiten hinweg zu führen. Da die Waldeigentümer das Thema schon frühzeitig erkannt haben, wurden bereits vor über 15 Jahren Versuche unternommen südländische Eichenarten anzubauen, die resistenter sind gegen die Trockenheit der letzten Jahre. Die Versuche laufen gut, weshalb nun auch noch mit weiteren Baumarten wie zum Beispiel der Baumhasel, der Esskastanie und weiterer trockenresistenter Baumarten experimentiert wird.

Für die nächsten Monate sind die Aufarbeitung der Windwürfe und die Entnahme der durch die Trockenheit bereits abgestorbenen Bäume geplant. Dort wo notwendig wird wieder aufgeforstet. Ansonsten wird der Naturverjüngung breiter Raum gegeben, sodass die neuen Waldflächen durch Vielfalt, unterschiedliche Strukturen und Biodiversität, sowie stärkerer Trockenheitsresistenz gekennzeichnet sein werden.

Für die Mitglieder der Forstbetriebsgemeinschaft ist es ein hoher Wert, dass nach wie vor die Dienstleistung inklusive der Holzvermarktung aus einer Hand kommt. Dieses Gut wird hoch eingeschätzt. Ansonsten steht der Forstbetriebsgemeinschaft ein Dienstleister zu Seite, der in allen Fragen des Waldes beraten kann und bei dem sich die Kommunen gut aufgehoben fühlen. Gerade das Thema Rundholzvermarktung für große Kommunalwaldungen spielt aufgrund der weitsichtigen Entscheidung in der FBG aktuell kein Thema. Die Forstbetriebsgemeinschaft steht natürlich weiteren Kommunen für die Beratung und auch für die Mitgliedschaft zur Verfügung.

 

Am Ende der Mitgliederversammlung gab es noch eine kleine Fortbildung mit den Privatwaldbesitzern im Bauschheimer Wald.